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Drift Freakride Tour in Leipzig ...

Wenn man in der RC Car Branche von spektakulären Sprüngen und atemberaubender
Aktion spricht, dürfte die Drift Crew in den meisten Fällen ein Wörtchen mitzureden
haben. Nach der Freakride Jam in Dortmund und der Big Air Jam in Augsburg, kam es
auf der „modell hobby spiel“ Freizeitmesse in Leipzig zum vorerst letzten Showdown
der Saison, von der Drift Crew. Auf einem noch größeren Gelände, mit noch mehr
Rampen wollte man in Sachen Aktion natürlich noch paar Briketts auflegen...


Unabhängig von allen Wettereinflüssen sollte das wilde Treiben in Halle 4 der Leipziger Messehallen stattfinden. Als Schauplatz diente ein ähnlicher Rampenpark, wie er bereits bei der Freakride Jam in Dortmund zum Einsatz kam. In der Mitte des Platzes stand eine ca. 1,30 hohe Jumpbox, deren Absprünge in der Länge verstellbar waren. Die Landeschräge der Jumpbox war insgesamt vier Meter breit. Ganz zur Freude der Aktiven, wurde die Breite der Spine verdreifacht, auf insgesamt 3,75 Meter Breite. Diese Spine wurde direkt neben der Jumpbox positioniert. Am Rand befand sich zudem ein 5 Meter breiter Wallride, der zu verschiedensten Trickvarianten einlud. Platz zum austoben sollte somit zu genüge vorhanden sein. Der Sonntag und der Montag Vormittag diente dem offiziellen Training für alle Teilnehmer.

Dank der freundlichen Unterstützung von der Firma Graupner, wurde jeder Teilnehmer leihweise mit einer DSM Anlage ausgestattet, welches es ermöglichte den Parcour nach Lust und Laune, frei von Frequenzvorgaben und Zeitfenstern zu befahren. Bei einer geselligen, stresslosen Runde wurden so die Trainingszeiten genutzt. Während in Dortmund
das Fahrerfeld überwiegend mit Monstertrucks unterwegs war, vor allem vertreten durch die Fahrzeuge Savage (HPI) und Thundertiger (MTA4), hatte sich das Bild der eingesetzten Fahrzeuge in Leipzig leicht gewandelt.


Die unterschiedlichsten Modellsparten kamen zum Einsatz. Vom 1:8er Buggy über Stadium bis hin zum Monstertruck war praktisch alles vertreten, wobei der LST 2 von GM Racing wohl das meist gefahrensde Modell des Events war. Im Training fiel besonders ein umgebauter 1:8 Matrix Buggy der Firma CEN auf. Bestückt mit einem etwas stärkeren Motor als das Serientriebwerk und schweren größeren Monstertruck Straßenreifen, zwirbelte der Matrix mit Leichtigkeit seine zweifachen Rückwärtssaltos über die Box oder die Spine.


Das Reglement: Pro Lauf standen sich zwei Fahrer gegenüber, die gleichzeitig zwei Läufe a eineinhalb Minuten zu absolvieren hatten. Ziel war es möglichst beide Läufe für sich zu entscheiden. Gewinnt jeder der Beiden Fahrer einen Lauf, so sollte durch ein weiteres Stechen von einer Minute der endgültige Sieger der Paarung ermittelt werden. In der Jury saßen Christoph Bremer und Jan Schönberg vom Cars & Details Magazin. Ihre Aufgabe war es über Sieg und Niederlage der Fahrer zu entscheiden. Als einziger Fahrer wurde Robert Klier gesetzt, der Gewinner der vorangegangenen Drift Freakride Jam in Dortmund. Alle anderen Fahrer wurden per Losverfahren zu Paaren zusammengelost. In einem Tannenbaum System, bei dem immer nur der bessere weiter kommt, musste man sich auf diese Weise bis ins Finale behaupten. Alle Fahrer die bereits in der ersten Runde rausflogen, kamen automatisch in die Trostrunde. Auch hier sollte per Tannenbaum System ein kleines Finale ausgefahren werden. So war jedenfalls die Idee, aber dazu später...
Natürlich waren alle gespannt, ob jemand das Zeug dazu hat, am Tron von Robert Klier zu sägen. Bereits im Training war zu erkennen, dass ein paar ernst zu nehmende Gegner im Fahrerfeld vertreten waren.

Start frei zur Freakride Tour:


Als erste Paarung standen sich der auf Platz eins gesetzte Robert Klier und Thomas
Haggenmüller von der Driftfactory gegenüber. Das Haggi den Event von der spaßigen Seite aus betrachtete, war erstens am Outfit zu erkennen und zweitens am Fahrzeug. Eine grüne Maske verdeckte das wahre Gesicht des Piloten, der mit einem Elektro Monstertruck im Maßstab 1:16 an den Start ging. Bereits im ersten Lauf war aber deutlich zu erkennen, dass gegen einen LST 2 nichts so leicht nichts anstinkt und schon gar nicht, wenn ein Robert Klier die Funke in den Händen hält. Und wenn das kleine elektro Monster einmal in die Querte kam, so wurde es schlichtweg überrollt. Mit einer souveränen Vorstellung, wie man Sie bereits von den Trainingsläufen gewohnt war, konnte sich Robert durchsetzen, ohne bereits alles zu zeigen. Das System mit den zwei Läufen funktionierte jedenfalls so lange gut, so lange eine absolute Dominanz von Seiten eines Fahrers zu erkennen war. Meist fuhr dieser demnach auch kontrolliert und sauber seine beiden Runs, ohne bereits alles zu riskieren. Taktisches fahren
war gefragt, den ein Materialschaden im Lauf bedeutete meist eine sicherte Niederlage der Runde. Aber spätestens dann, als Paarungen aufeinander trafen, bei denen jeder die Möglichkeit hatte das Rennen zu machen, blieb kein Auge trocken. Es wurde teilweise gefahren als gäbe es kein morgen mehr. Und manchmal endete die Risikobereitschaft in einem vorzeitigen technischem k.o..



Echte Freestyler sehen die Dinge natürlich immer etwas locker und so überbrückte Moderator und gleichzeitig Projektleiter, Frank Heinrich die kleinen Reparaturzeiten einfach mit dem vorziehen der nächsten Paarung. Einen Augenblick schien dieses Prinzip auch
gut zu funktionieren, aber dann kam der Punkt als plötzlich alles stockte. Die Boxengasse war voll von Fahrern und die Schraubenzieher glühten förmlich. Das war letztendlich auch der Moment, als in Sachen Lockerheit der Wind bei Projektleiter Frank Heinrich etwas drehte. Bevor dass Chaos überhand nahm, verkündete er kurzentschlossen eine 20 minütige Pause, um alle Fahrzeuge wieder auf Vordermann zu bringen. Gleichzeitig wurde in der Pause das Reglement radikal geändert und dieses sah folgendermaßen aus: Die Trostrunde wurde gestrichen, da die Zeit drängte. Die Läufe wurden von zwei auf einen Lauf reduziert. Wer aus technischen Gründen nicht rechtzeitig zum Lauf antreten kann, hat automatisch den Lauf verloren. Das Reglement wurde von allen Fahrern ohne Unstimmigkeiten angenommen und jedem war somit klar. Die Lösung war die goldene Mitte zwischen Wagemut und Sicherheit. Es gibt pro Lauf nur eine Chance und ein Materialschaden im Lauf würde mit hoher Wahrscheinlichkeit das sichere Aus bedeuten. Die Servicezeit war vorbei und es wurde zur Fortsetzung des Contests geblasen. Kaum knatterten die ersten Motoren, schon scharte sich das Publikum wieder dicht gedrängt um den Bauzaun des Parks ein. Das neue Reglement war sichtlich die beste Entscheidung. Ohne große Zwischenfälle wurden die Läufe durchgezogen und das Publikum bekam eine Lückenlose Show präsentiert. Eine echte Überraschung ereignete sich im Viertelfinale, als Tom Gehler auf den heimlichen Favoriten Robert Klier traf. Beide standen sich mit einem LST 2 gegenüber. Nach dem Startschuss nahmen beide Fahrt auf und zeigten jeweils sichere Airs und Flips über die Spine. Auch nach ein paar Tricks an der Wall wahren sie wohl Punkte mäßig
noch beide gleichauf. In der Mitte des Laufes konnte sich Robert einen kleinen Punkte Vorsprung durch ein paar saubere Sprünge über die Box verschaffen. Lediglich durch einen Crash in seinem Lauf, der etwas Zeit kostete, konnte sich Tom Gehler wieder knapp an Robert Klier vorbei schieben. Diesen kleinen Vorsprung konnte er über die restliche Zeit halten. Kurz nach Ablauf der Zeit verwöhnte Robert das Publikum mit einem perfekt gelandetem doppelten Rückwärtssalto über die Box. Hätte er den Trick 5 Sekunden früher gemacht, so wäre er ins Halbfinale eingezogen, aber so bahnte sich Tom Gehler seinen Weg. Man muss aber sagen, zu recht. den auch er hatte einen einwandfreien Lauf auf ´s Parkett gelegt.


Im Halbfinale standen sich somit die Paarungen Frank Lemke/Tom Gehler und Marc Kreisig/Stefan Neureither gegenüber. Interessant, bei beiden Paarungen hieß es somit Monstertruck gegen Sadium Truck. Man war gespannt wer das Rennen machen würde. In der
ersten Paarung konnte Frank die Runde mit seinen Kyosho ST-R für sich entscheiden und bahnte sich mit einem beeindruckenden sicheren Lauf sein Weg ins Finale. Nicht viel anders erging es der Paarung Stefan Neureither gegen Marc Kreisig. Auch hier konnte wiederum der Fahrer mit dem Stadium Truck den Lauf für sich entscheiden und somit hießen die beiden Finalisten der Drift
Freakride Tour Marc Kreisig und Frank Lemke.Und dann hieß es „Start frei zum großen Finale, eineinhalb Minuten für euch...“.

Marc Kreisig war mit einem am Vortag erst frisch ausgepackten Stadium Truck Prototypen von
Robitronic am Start, der über die letzten Tage schon beachtlich Nehmerqualitäten bewies. Er musste sein Können bereits am Vortag im Rennen unter beweis stellen und heute beim Freestyle Event wurde dem „Mantis“ alles abverlangt. Man war gespannt wer das Rennen machen würde.
Im ersten Drittel des Laufes waren die beiden noch gleich auf. Hervorzuheben war vor allem, dass der ganze Park von beiden Fahrern kreativ genutzt wurde. Ganz von den standard Tricks abgesehen die beide Fahrer sicher drauf hatten, zeigten beide Transvers von der Spine in die Box. Als sich im letzten Drittel des Laufes sich noch keiner einen echten Vorsprung erarbeiten konnte wurde von beiden noch etwas nachgesetzt. Während Marc mit einem double Flip über die Box sich einige Punkte bei den Judges sicherte, überzeugte Frank Lemke mit einem astreinen, hohen Flair am Wallride. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, fuhr er die Box von der falschen Seite an, um mit einem fetten Rückwärtssalto, wenn auch ins Flache,
die Stimmen der Judges für sich zu gewinnen. Das Risiko wurde belohnt und am Ende hieß der glückliche Sieger der Drift Freakride Tour in Leipzig, Frank Lemke. Ein besonderes Schmankerl war die Vergabe der Sachpreise, denn da war mächtig was geboten. Sachpreise im Wert von über 6000,- EUR standen auf dem Gabentisch und warteten auf glückliche Gewinner. Platz eins bis vier konnten sich ihre Preise selbst auswählen. Der Rest wurde unter allen Teilnehmern verlost und so passierte es, das Teilnehmer die bereits in der ersten Runde raus flogen, noch mit einem CNT unter dem Arm eine bombige Erinnerung an eine wirklich gelungene Session mit nach Hause nehmen konnten...


Rangliste: Sponsoren

1. Frank Lemke Kyosho, Race Center Munzig, RMV, KO – Propo by Robitronic

2. Marc Kreisig Axial, Team Magic, Peak

3. Tom Gehler

4. Stefan Neureither GM Racing

Freestyle ABC:

Wallride: senkrechte wan mit einer Rundung als Auffahrt

Box: Ein Absprung mit einem Schanzentisch und einer Landeschrägen

Spine: Zwei mit dem Rücken aneinander gestellte viertel Röhren

Flair: Rückwärtssalto mit halber Drehung

Flip: Rückwärtssalto

Air: Normaler Sprung ohne Drehungen

Transver: bezeichnet das Springen von einem Hindernis in ein anders

 

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